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Internationale Standardisierungsgremien

International anerkannte Standards werden von der ISO (International Standards Organisation) verfasst und verabschiedet. Die ISO ist eine freiwillige, nicht-staatliche Organisation, die im Jahre 1946 gegründet wurde mit Sitz in Genf (Schweiz)1.13. Die Mitglieder der ISO sind die nationalen Standardisierungsgremien der 89 Mitgliedsstaaten, z.B. ANSI (USA), BST (UK), AFNOR (FR), DIN (BRD) usw.

Abbildung 1.11: Der leibhaftige Sitz der ISO in Genf.

Die ISO erstellt Standards für so ziemlich alles, was man sich denken kann, das fängt bei Nussgrößen an, geht über Bolzennormen zu Größen von Batterien (''Babyzellen'') zum Sieben-Schichten-Modell für Netzwerke oder Farbmarkierungen von Telefonkabeln. Die ISO hat mittlerweile über 5.000 international gültige Standards in die Welt gesetzt. Diese Organisation besteht aus etwa 200 technischen Komitees, die gemäß der Reihenfolge ihrer Entstehung numeriert sind. So befaßt sich TC1 mit Nüssen und TC97 mit Computern und Informationsverarbeitung. Jedes Komitee besteht aus Unterkomiteen (SC = SubCommittees) und diese wiederum aus Arbeitsgruppen (WG = WorkingGroups). Die eigentlichen Resultate werden in den WGs durch über 100.000 freiwillige Mitarbeiter weltweit erarbeitet. Viele der Mitarbeiter der ISO werden durch ihre Brötchengeber ermutigt, für die ISO zu arbeiten, natürlich mit dem Hintergedanken, daß ihre Produkte durch die ISO zum Standard geadelt werden. Aus ähnlichen Motivationsgründen delegieren Regierungen 'freiwillige' Mitarbeiter mit dem Ziel, ihre nationalen Entwicklungen zum internationalen Standard via ISO zu erkoren. Auch akademische Experten arbeiten in mannigfaltiger Weise in den WGs der ISO mit. Bezüglich der Standardisierungen im Telekommunikationsbereich kooperieren die ISO und die ITU-T (die ISO ist Mitglied der ITU-T) um zu verhindern, daß in diesem Bereich zwei inkompatible Standards in die Welt gesetzt werden. In Deutschland hat das Deutsche Institut für Normung e.V. ähnliche Aufgaben national wie die ISO auf weltweiter Bühne. Auf der DIN Homepage1.14 liest man z.B.:
Das DIN Deutsches Institut für Normung e.V. ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, keine staatliche Instanz. Die Normungsarbeit des DIN ist eine technisch-wissenschaftliche Dienstleistung für alle Bürger unseres Landes. Normung nutzt der Volkswirtschaft insgesamt. Das DIN ist der runde Tisch, an dem sich Hersteller, Handel, Verbraucher, Handwerk, Dienstleistungsunternehmen, Wissenschaft, technische Überwachung, Staat, jedermann, der ein Interesse an der Normung hat, zusammensetzen, um den Stand der Technik zu ermitteln und in Deutschen Normen niederzuschreiben. Diese Regeln der Technik dienen der Rationalisierung, der Qualitätssicherung, der Sicherheit, dem Umweltschutz und der Verständigung in Wirtschaft, Technik, Wissenschaft, Verwaltung und Öffentlichkeit. Die Normungsarbeit wird in 4300 Arbeitsausschüssen mit 33.800 ehrenamtlichen Mitarbeitern geleistet. Fertige Normen werden mindestens alle 5 Jahre auf ihre Aktualität hin überprüft. Definitionen: ''Normung ist die einmalige, bestimmte Lösung einer sich wiederholenden Aufgabe unter den jeweils gegebenen wissenschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten.'' Nach Otto Kienzle, Mitbegründer des DIN ''Normung ist die planmässige, durch die interessierten Kreise gemeinschaftlich durchgeführte Vereinheitlichung von materiellen und immateriellen Gegenständen zum Nutzen der Allgemeinheit.'' DIN 820 Teil 1
Ein weiteres Schwergewicht in der Welt der Standards bildet das IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers)1.15. Das IEEE ist die größte professionelle technische Gesellschaft und wurde im Jahre 1884 von einer Handvoll Praktiker der damals gerade aufkommenden neuen Disziplin des elektrischen Ingenieurs gegründet. Heutzutage arbeiten für dieses Institut über 320.000 Mitarbeiter in etwa 150 Ländern. Neben der Publikation von Zeitschriften oder der alljährlichen Organisation zahlreicher Meeting und Symposien, unterhält das IEEE eine Standardisierungsgruppe, deren Aufgabe u.a. das Erstellen von Normen für die Computerwelt ist. Beispielsweise ist der IEEE Standard IEEE 802 die Meßlatte für lokale Netzwerke. Dieses Maß aller Dinge im Bereich lokale Netzwerke wurde kürzlich von der ISO als Norm ISO 8802 übernommen.
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Yasar Arman
2000-05-15