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Zugriffsverfahren

Das Zugriffsverfahren auf das Übertragungsmedium ist im MAC-Dokument festgelegt. FDDI arbeitet nicht wie das Ethernet stochastisch mit CSMA/CD als Zugriffsverfahren, sondern deterministisch nach dem Token-Passing Prinzip. Stationen dürfen nicht zu beliebigen Zeitpunkten senden, sondern müssen im Besitz des Tokens sein. Das Token ist ein spezieller Frame, der die Sende-Erlaubnis repräsentiert. Damit die Sendezeit fair aufgeteilt wird, darf eine Station das empfangene Token nur eine bestimmte Zeit4.1 behalten. Während dieser Zeit kann die Station ihre Datenframes auf den Ring senden. Beim Empfang eines Tokens nimmt die Station dieses vom Ring und beginnt die Datenframes zu senden. Ein ausgesendeter Datenframe kreist auf dem Ring und wird von der Empfängerstation in einen internen Pufferspeicher kopiert. Der Frame kreist weiter zurück zur Sendestation und wird von dieser vom Ring genommen. Ist die THT erreicht, stellt die Sendestation ihre Sendeaktivität ein und stellt das Token direkt nach dem Absenden des letzten Datenframes auf den Ring. Somit erhält die nächste sendewillige Station unmittelbar die Sendeerlaubnis und muß nicht die Leerlaufzeit abwarten, bis die vorherige Station den letzten kreisenden Datenframe vom Ring genommen hat.

Abbildung 4.2: Das FDDI - Frame Format.
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...
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Um eine maximale Verzögerungszeit garantieren zu können, limitiert das MAC-Protokoll die maximale Umlaufzeit des Tokens4.2. Dieser Wert wird bei der Initialisierung des Rings vom Station Management für alle Stationen festgelegt. Jede Station mißt während des Token-Umlaufs die tatsächliche Umlaufzeit seit dem letzten Empfang des Tokens. Nach dem nächsten Empfang des Tokens wird dann die verbleibende Sendezeit (THT) als Differenz aus nomineller Umlaufzeit und tatsächlicher Umlaufzeit (THT = TTRT-TRT) benutzt. Weiterhin unterscheidet das MAC-Protokoll von FDDI zwischen synchronem und asynchronem Verkehr. Unter synchronem Verkehr versteht man die Übertragung von zeitkritischen Daten wie z.B. Audio- und Video-Daten von Multimedia-Anwendungen. Daher wird synchroner Verkehr von FDDI priorisiert, indem dieser von jeder Station zuerst übertragen wird. Erst wenn eine Station keine synchronen Daten mehr zu senden hat, ermittelt sie die verbleibende Sendezeit THT, in der sie den anstehenden asynchronen Verkehr übertragen kann. Der asynchrone Verkehr kann zusätzlich in bis zu acht Prioritätsklassen unterteilt werden.
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Yasar Arman
2000-05-15