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Adressen- und Domainnamen

Wie in Kapitel 5 diskutiert, ist das IP -Protokoll für die Adressierung von Datenpaketen verantwortlich. IP Adressen sind gut und schön, solange ein Computer mit einem anderen kommuniziert, denn Computer können sehr effektiv mit Zahlen umgehen. Anders sieht es für den gemeinen Anwender aus, der den Rechner 192.4.23.2 anwählen möchte. Für ihn ist es sicher sehr viel angenehmer, wenn er/sie sich nicht endlose Zahlenkolonnen merken muß, sondern aussagekräftigere Namen, die für Menschen viel besser geeignet sind. So werden E-Mails an die Adresse awiedemannicos-informatik.de geschickt und nicht an irgendwelche IP - Adressen. Das Netzwerk selbst versteht ausschließlich die binären Adressen, daher ist irgend ein Umsetzungsmechanismus erforderlich, der die ASCII-Zeichenketten in Netzwerkadressen umwandelt. In den guten alten Zeiten des ARPANETs gab es eine Datei mit dem Namen hosts.txt, in der alle Hostrechner mit zugeordneten IP Adressen aufgelistet waren. Jede Nacht wurde auf jeden Hostrechner im Netz die hosts.txt-Datei von einem Rechner heruntergeladen, der diese Datei immer auf dem neusten Stand hielt. Für ein Netz mit einigen hundert Hosts ist das ein Mechanismus, mit dem vernünftig gearbeitet werden kann. Wenn die Anzahl der Stationen im Netz jedoch in die Tausende geht, funktioniert dies nicht mehr zufriedenstellend. Zunächst ist absehbar, daß diese hosts.txt-Datei irgendwann einmal zu groß wird. Kritischer jedoch ist, daß unvermeidlich irgendwann Namenskonflikte auftreten werden, es sei denn, die Namensvergabe wird zentral verwaltet. Dies ist natürlich undenkbar in einem riesigen internationalen Netzwerk. Abhilfe schafft hier das sogenannte Domain Name System, oder kurz DNS. Das DNS ist gewissermaßen das Adress- oder Telefonbuch des Internet. Es liefert die Adressen der am Netz angeschlossenen Rechner und sorgt für die Organisation dieses gigantischen Netzwerkes mit etlichen Millionen Rechnern. Ausführliche Darstellungen des DNS Systems findet man in [19,40]. Durch das DNS wird ein hierarchisches, domänenbasiertes Namensschemata eingeführt. Um dieses Namensschema zu implementieren, wird ein verteiltes Datenbanksystem eingesetzt. Das DNS wird in erster Linie dazu eingesetzt, um Hostnamen und E-Mail-Adressen in IP-Adressen abzubilden, kann aber auch für andere Zwecke eingesetzt werden. Das Domain Name System ist in den beiden RFCs 1.034 und 1.035 definiert. Im Prinzip arbeitet das DNS folgendermaßen. Um einen Hostnamen auf eine IP Adresse abzubilden, ruft ein Anwendungsprogramm (i.e. Browser oder E-Mail) eine Bibliotheksprozedur mit dem Namen Resolver auf. Das Anwendungsprogramm übergibt dem Resolver den Namen als Parameter. Der Resolver sendet ein UDP-Packet an einen lokalen DNS-Server, dieser gibt den Namen in eine Datenbank, die die zugeordnete IP Adresse liefert. Der DNS-Server schickt anschließend die IP Adresse an den Resolver zurück, der die IP Adresse an das aufrufende Programm weiterleitet. Mit der zur Verfügung stehenden IP-Adresse kann das Anwendungsprogramm dann eine TCP-Verbindung zum Zielrechner aufbauen.

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Yasar Arman
2000-05-15