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Der DNS Namensraum

Es ist ein nichttriviales Problem, eine große Anzahl von Namen zu verwalten, die sich darüberhinaus auch noch andauernd ändern. Das traditionelle Postsystem steht vor einem ähnlich gelagerten Problem, hier ist dies so gelöst, daß die Adresse mit einem Ländercode, eventuell ein Kürzel für den Bundesstaat, Stadtname und Straßennamen versehen sein muß, damit ein Brief auch dort ankommt, wo er hin soll. Durch dieses hierarchische Adressierungsschema entsteht kein Konflikt zwischen einem Peter Müller in der Schloßallee 35 in München und eine zweiten Peter Müller in der Hafenstraße 32 in Hamburg. DNS arbeitet genau auf diese Art und Weise. Konzeptionell ist das Internet in mehrere Hundert Top-Level-Domänen unterteilt. Zu jeder Domäne zählen viele Hostrechner. Jede Domäne ist untergliedert in Sub-Domänen, diese sind weiter unterteilt in Sub-Sub-Domäne usw. All diese Domänen können durch eine Baumstruktur dargestellt werden (siehe Abbildung 7.2).

Abbildung 7.2: Ein kleiner Ausschnitt des Internet Domain Namensraum

Die Blätter dieses Baumes repräsentieren Domänen ohne Sub-Domäne, sie enthalten natürlich jede Menge Rechner. Solch eine Domäne kann aus einer einzigen Maschine bestehen, die Domäne kann aber auch ein komplettes Unternehmen repräsentiern und Tausende von Hosts enthalten. Es gibt zwei Arten von Top-Level-Domänen: Allgemeine und Länder. Die Allgemeinen Top-Level-Domänen sind: Die Länder Top-Level-Domänen orientieren sich an der ISO 3166 Norm und beinhalten genau einen Eintrag für jedes Land (das .de für Deutschland. Jede Domäne wird durch ihren absolute Pfad bis hinauf zur (unbenannten) Wurzel definiert. Die Ebenen werden durch einen Punkt voneinander getrennt. So lautet der Domain-Name der Ingenieursabteilung von Sun Microsystems
eng.sun.com
Aus dieser Systematik geht klar hervor, daß dieser Domain-name nicht kollidiert mit einer Englisch-Department der Yale University, der Name lautet eng.yale.edu. Bei der Ver- bzw. Eingabe von Domain-Namen spielt die Groß- oder Kleinschreibung keine Rolle, i.e. EDU bedutet das gleiche wie edu. Komponentennamen dürfen nicht mehr als 63 Zeichen lang sein, der komplette Name darf nicht mehr als 255 Zeichen überschreiten. Jede Domäne hat die Kontrolle ihrer Sub-Domains und legt daher fest, wie diese organisiert sind. Beispielsweise hat Japan die beiden Sub-Domains ac.jp und co.jp, die die beiden Top-Level Domains edu und com spiegeln. Die Niederlande macht diese Unterscheidung nicht und setzt sämtliche Organisationen unter den Level nl. Die folgenden drei Domain-Namen repräsentieren alle Informatik-Fachbereiche von Universitäten, obwohl die Adressenstruktur höchst unterschiedlich ist:
cs.yale.edu Yale University, United States
cs.vu.nl Vrije Universiteit, The Netherlands
cs.keio.ac.jp Keio University, Japan
Um eine neue Sub-Domain zu generieren, ist lediglich die Erlaubnis der Domaäne erforderlich, unter der die neue Sub-Domain in Zukunft angesiedelt sein wird. Beabsichtigt zum Beispiel eine VLSI-Gruppe am Informatik-Institut der Yale University eine neue Sub-Domain zu eröffnen und möchte unter dem Namen vlsi.cs.yale.edu im Internet zugegen sein, ist nur die Freigabe dessen notwendig, der die Domäne cs.yale.edu verwaltet. Analog, wird irgendwo in den Staaten eine neue Universität eröffnet, muß der Manager der edu-Domäne um die Freigabe und die Zuordnung des Sub-Domain Namens gebeten werden. In dieser Art und Weise werden Namenskonflikte vermieden und jede Domäne hat die Verantwortung über die Organisation ihrer Sub-Domänen. Ist erst einmal eine neue Domäne eingerichtet und registriert, kann diese über die Einrichtung eigener Subdomains verfügen, ohne Rücksprache oder Abstimmung mit einer Instanz, die im Baum höher angesiedelt ist. Die Benennung von Domänen richtet sich nach organisatorischen Gesichtspunkten, nicht nach physischen Gegebenheiten. Befinden sich beispielsweise die Fachbereiche Informatik und Elektrotechnik im gleichen Gebäude und teilen sich sogar ein und das selbe LAN, können sie dennoch verschiedenen Domänen angehören. Umgekehrt kann eine Institution weltweit verteilt sein, alle Arbeitsstationen dieser Institution gehören der gleichen Domäne an.


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Yasar Arman
2000-05-15