next up previous contents
Nächste Seite: Die Sicht des Servers Aufwärts: Das World Wide Web Vorherige Seite: Das World Wide Web   Inhalt

Die Sicht des Anwenders

Aus der Anwendersicht präsentiert sich das Web als eine gigantische Ansammlung weltweit verteilter Dokumente, die üblicherweise als pages (Seiten) bezeichnet werden. Jede Seite kann sogenannte Links (so etwas wie Zeiger) enthalten, die auf Seiten verweisen, die auf irgendwelchen Rechner irgendwo auf der Welt abgelegt sein können. Der Benutzer kann auf den Link klicken und öffnet dadurch die Seite, die mit dem Zeiger verknüpft ist. Dieser Vorgang kann (im Prinzip) beliebig weitergeführt werden, wobei der Anwender möglicherweise über hunderte verknüpfter Seiten wandert. Seiten, die auf andere Seiten im Web verweisen, benutzen den sogenannten Hypertext. Die Seiten werden mit einem Programm betrachtet, das Browser heißt. Netscape und Mosaic sind bekannte Vertreter dieser Programmgattung. Der Browser lädt die gewünschte Seite, interpretiert den Text sowie die Formatierungsanweisungen, die die Seite enthält und zeigt die Seite dann fein säuberlich formatiert auf dem Bildschirm an.

Abbildung 7.3: Eine Web-Page.
\begin{figure}
\centering\epsfig {file=../pics/icos01.eps,width=10cm}\end{figure}

Ein Beispiel einer Web-Seite ist in Abbildung 7.3 zu sehen. Wie viele andere Web-Seiten auch, hat diese eine Überschrift, enthält eine Reihe von Informationen, grafische Elemente und endet (das ist üblich) mit der E-Mail Adresse dessen, der die Seite hegt und pflegt. Textstrings, die auf andere Seiten verweisen - die sogenannten Hyperlinks - sind hervorgehoben, entweder indem die Zeichenkette unterstrichen ist oder in einer anderen Farbe ausgegeben wird oder beides. Um einem Link zu folgen, klickt der Anwender mit der Maus einfach auf die so hervorgehobene Textstelle. Der neugierige Surfer7.3, der wissen möchte wer ICOS ist, kann mehr darüber erfahren, indem er/sie einfach auf den Text Wer ist ICOS ? klickt. Der Browser springt dann auf die Seite, auf die der Link verweist und zeigt die Seite dann an. Die neue Seite kann auf der gleichen Maschine liegen (d.h. die Datei, die die Seite generiert) wie die alte Seite oder auf irgendeiner Maschine auf der anderen Seite des Globus. Dies bleibt dem Anwender verborgen. Das Heranholen der Web-Page wird vom Browser ohne das Zutun des Anwenders ausgeführt. Kehrt der Benutzer zur ursprünglichen Seite zurück, sind die Links, die bereits verfolgt wurden, in einer anderen Farbe dargestellt, um sie von den noch nicht benutzten Links zu unterscheiden. Die meisten Browser haben eine Reihe von Schaltflächen und Funktionalitäten, die das Navigieren im Web erleichtern. So gibt es einen Back Button, mit Hilfe dieser Schaltfläche gelangt man zur vorherigen Seite zurück. Es steht dem Benutzer ein Forward Button zur Verfügung, durch Anklicken dieser Schaltfläche springt der Browser auf die nächste Page (dieser ist natürlich nur dann aktiv, wenn der Benutzer von dieser Seite zurückkehrte). Weiterhin gibt es in der Regel einen Home Button, mit dessen Hilfe der Benutzer auf seine eigene Home-Page zurückspringt. Die meisten Browser verfügen über einen Button (oder einen Menüpunkt), mit dessen Hilfe man einen sogenannten Bookmark auf eine gegebene Page setzen kann sowie einen weiteren Button, um die Liste der Bookmark-Einträge einblenden zu können. Dadurch ist es mit einem Mausklick sehr schnell möglich, auf eine Seite in der Bookmark-Liste zurückzukehren. Seiten können auch auf der Festplatte gespeichert oder ausgedruckt werden. Zahlreiche Optionen stehen zur Verfügung, um das Bildschirm Layout benutzerspezifisch zu gestalten sowie verschiedene benutzerspezifische Konfigurationen einzustellen. Zusätzlich zu gewöhnlichem Text (nicht unterstrichen) und Hypertext (unterstrichen) können Web-Pages auch enthalten. Hinter jedem dieser Bildelemente können Links hinterlegt sein, die auf eine andere Seite zeigen. Klickt der Benutzer auf ein solches aktives Element, lädt der Browser die referenzierte Seite und zeigt sie an. Es gibt auch Pages, die Audio Tracks oder Video Clips oder beides enthalten. Werden Hypertext Seiten mit anderen Medien verknüpft, nennt man das Resultat Hypermedia. Einige Browser können alle Arten von Hypermedien darstellen, andere nicht. Letztere überprüfen eine Konfigurationsdatei, um nachzusehen, wie die ankommenden Daten zu verarbeiten sind. Normalerweise liefert die Konfigurationsdatei den Namen eines externen Programmes, eines externen Viewers oder einer anderen Hilfsanwendung. Dieses wird dann gestartet mit den einkommenden Daten als Input. Ist kein Hilfsprogramm konfiguriert, wird der Benutzer interaktiv gefragt, welches Programm genutzt werden soll. Steht kein adäquates Hilfsprogramm zur Verfügung, kann der Benutzer den Browser veranlassen, die Daten in einer Datei auf der Festplatte zu speichern, oder sie einfach ins digitale Nirwana zu senden (zu löschen). Viele Web Pages enthalten große Bilder, deren Ladevorgang einige Zeit in Anspruch nimmt. Um zum Beispiel ein unkomprimiertes $ 640 \times 480$ (VGA) Bild mit 24 Bit Farbe pro Pixel zu laden (macht schlappe 922 KByte), benötigt ein 28.800 Modem etwa 4 Minuten. Viele Browser verfahren beim Laden großer Bildinformationen so, daß zunächst die Textinformationen geladen werden und anschließend erst das Bild. Diese Strategie gibt dem Anwender während des Ladevorgangs für die Bildinformationen etwas zu Lesen. Außerdem kann er/sie den Ladevorgang einfach abbrechen, wenn die Seite nicht interessant genug erscheint, um den Ladevorgang abzuwarten. Es gibt auch die Möglichkeit, Bilder in einer speziellen Art und Weise darzustellen, indem nämlich zunächst eine grobe Bildauflösung geladen wird. In weiteren Ladevorgängen werden dann die Details nach und nach geladen. Es gibt Web - Pages, die Formulare enthalten, in die der Anwender Informationen eingeben kann. Typische Anwendung dieser Art sind Datenbanksuche, Produktbestellungen oder Teilnahme bei einer öffentlichen Umfrage. Andere Webseiten enthalten Landkarten, auf die der Benutzer klicken kann, um in die Karte zu zoomen oder um Informationen über einen geographischen Bereich zu erhalten. Das Handling solcher Formulare oder aktiver Bilder erfordert andere Techniken als die Darstellung einer einfachen textbasierten Seite. Eine Reihe von Browsern benutzt die lokale Festplatte, um geladene Seiten in einem Cache-Speicher abzulegen. Bevor eine Seite geladen wird, sieht der Browser im Cache-Verzeichnis nach, ob diese dort vorhanden ist. Ist dies der Fall, muß lediglich noch verifiziert werden, ob die Seite auf dem neuesten Stand der Dinge ist. Wenn dies der Fall ist, muß die Seite nicht erneut geladen werden. Als Folge dessen erscheint durch ein Klick auf den BACK - Button die letzte Seite immer sehr schnell. Damit ein Web-Browser arbeiten kann, muß die Maschine entweder direkt am Internet hängen oder es muß eine SLIP oder PPP Verbindung zu einem Router oder eine andere Maschine geben, die am Internet hängt. Dies ist notwendig, denn der Browser baut zunächst eine TCP Verbindung zu der Maschine auf, auf der die gewünschte Seite gespeichert ist. Dann wird eine Meldung über die Verbindung an die Zielmaschine gesendet mit der Anforderung an die Seite. Kann ein Browser keine TCP Verbindung zu einer beliebigen Maschine im Netz aufbauen, kann der Browser nicht funktionieren.
next up previous contents
Nächste Seite: Die Sicht des Servers Aufwärts: Das World Wide Web Vorherige Seite: Das World Wide Web   Inhalt
Yasar Arman
2000-05-15