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Die Sicht des Servers

Auf jeder Web-Site läuft ein Server Prozess, der am TCP - Port 80 auf einlaufende Verbindungsanfragen von Clients (üblicherweise sind das die Browser) horcht. Nachdem die Verbindung aufgebaut ist, sendet der Client eine Anfrage und der Server sendet eine Antwort. Anschließend wird die Verbindung beendet. Das Protokoll, das diese Kommunikationsabläufe definiert ist das HTTP-Protokoll7.4.

Abbildung 7.4: Die verschiedenen Bestandteile des Web Modells.
\begin{figure}
\centering\epsfig {file=../pics/7-59.eps,width=8cm}\end{figure}

In der Abbildung 7.4 sind die verschiedenen Komponenten schematisch dargestellt, wie das Web prinzipiell funktioniert. Für dieses Beispiel nehmen wir an, der Anwender hat auf einen Link geklickt (e.g. Text, Bild oder Button), der auf eine Seite mit dem Namen
http://www.w3.org/hypertext/WWW/TheProject.html
verweist. Einen solchen Page-Namen nennt man auch URL, was für Uniform Resource Locator steht. Eine solche URL besteht aus genau drei Teilen:
  1. dem Protokollnamen ( http)
  2. dem Namen der Maschine, auf der die Page lokalisiert ist ( www.w3.org)
  3. und dem Namen der Datei, die die Seite enthält
    ( hypertext/WWW/TheProject.html)
Die Schritte, die nun zwischen dem Anklicken des Links und der Darstellung der Seite ablaufen, sind folgende:
  1. Der Browser bestimmt die URL (indem der selektierte Link in das Adressfeld eingelesen wird).
  2. Der Browser fragt das DNS nach der IP-Adresse von www.w3.org.
  3. DNS antwortet mit 18.29.1.23
  4. Der Browser stellt eine TCP-Verbindung zum Port 80 auf der Maschine 18.29.1.23 her.
  5. Der Browser sendet nun ein
    GET hypertext/WWW/TheProject.html
    Kommando.
  6. Der www.w3.org-Server sendet die Datei TheProject.html.
  7. Die TCP-Verbindung wird beendet.
  8. Der Browser baut den Text auf dem Bildschirm auf.
  9. Der Browser lädt eventuell vorhandene Bildinformationen und baut die Bilder auf dem Bildschirm auf.
Viele Browser zeigen in einer Statuszeile an, welcher Schritt momentan ausgeführt wird. Wenn die Performance etwas niedrig ist, kann der Anwender nachvollziehen, ob es der DNS ist, der nicht antwortet, ob der Web-Server nicht antwortet, oder ob auf der Datenautobahn gerade mal wieder Stau herrscht. Nicht alle Server im Netz verstehen das HTTP Protokoll. Viele ältere Server arbeiten noch mit FTP (File Transfer Protocol), mit Gopher oder anderen Protokollen. Da eine Vielzahl an Informationen auf FTP- oder Gopher-Server bereits zur Verfügung steht, war ein erklärtes Ziel beim Design des Webs, auch auf solche bereits vorhandenen Informationsquellen zugreifen zu können.

Abbildung 7.5: Arbeitsweise eines Browsers, der FTP versteht und Arbeitsweise eines Browsers, der dies nicht kann.

Eine Möglichkeit besteht darin, den Browser mit der Fähigkeit auszustatten, auch solche Protokolle zu verstehen und zu verarbeiten. Eine Reihe von Browsern sind dazu auch in der Lage, jedoch wird der Browser umso unfangreicher und unhandlicher, je mehr Protokolle verarbeitet werden sollen. Eine andere Lösung benutzt die sogenannten Proxy-Server. Ein Proxy-Server ist eine Art Gateway, das sich über HTTP mit dem Browser verständigt und via FTP, Gopher oder ein anderes Protokoll mit dem Server. Der Proxy-Server akzeptiert HTTP Anfragen und übersetzt diese in z.B. FTP Anfragen. Daher braucht der Browser nur das HTTP Protokoll zu unterstützen. Der Proxy-Server kann ein Programm sein, das auf der gleichen Maschine läuft wie der Browser. Es kann sich aber auch um eine völlig eigenständige Maschine im Netz handeln, die so mehrere Browser bedienen kann. In Abbildung 7.5 ist das Prinzip des Proxy Servers dargestellt. Üblicherweise kann der Anwender seinen Browser mit Proxies für diejenigen Protokolle konfigurieren, die der Browser nicht versteht. Daher läßt sich durch Einrichten von Proxy-Servern die Anzahl der Informationsquellen, auf die der Browser zugreifen kann, beträchtlich erweitern. Zusätzlich zur Funktionalität einer Zwischenstation, um unbekannte Protokolle zu übersetzen, dienen Proxy-Server auch als eine Art Cache-Speicher. Ein Cache-Proxy-Server sammelt und speichert alle Seiten, die über ihn aufgerufen werden. Wenn ein Anwender nun eine Page anfordert, überprüft der Proxy-Server, ob er diese Seite gespeichert hat. Ist dies der Fall, wird lediglich überprüft, ob die Seite auf dem aktuellen Stand der Dinge ist. Ist dem so, wird vom Proxy-Server die Page an den Anwender gesendet, andernfalls wird die Seite neu geladen.
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Yasar Arman
2000-05-15